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Praxis für arbeitsbezogene Psychotherapie
Mobbing am Arbeitsplatz
Wirst du im Job beleidigt, verbal angegriffen oder bewusst ausgegrenzt?
Ständige Kritik, Demütigungen oder abwertende Aussagen können dich verunsichern und dazu führen, dass du an dir selbst zweifelst. Dein Selbstvertrauen leidet – Entscheidungen fallen dir zunehmend schwer.
Zunehmend hörst du seitens Kollegen oder Vorgesetzten Sätze wie:
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„Wie kannst du nur so einen Fehler machen?“
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„Du machst immer alles falsch!“
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„Wie kann man nur so dumm sein wie du?“
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„Das ist nur deine kranke Fantasie!“
Oder du wirst ignoriert, ausgeschlossen und systematisch klein gemacht.
Lass uns zusammenfassen: Mobbing liegt vor, wenn eine Person am Arbeitsplatz häufig und über einen längeren Zeitraum schikaniert, drangsaliert oder benachteiligt und ausgegrenzt wird. Das ist nicht der Fall, wenn du als ein Mitarbeiter(in) ein einziges Mal von deinem Vorgesetzten ungerecht behandelt wirst. Mobbing liegt jedoch dann vor, wenn du systematisch ungerecht behandelt wirst.

Folgen von Mobbing
Mit der Zeit ziehst du dich zurück, vermeidest Konflikte und äußerst deine Meinung kaum noch. Du übernimmst immer mehr Aufgaben – oft über deine Grenzen hinaus. Auch körperlich und emotional hinterlässt das Spuren. Dein Selbstvertrauen nimmt immer weiter ab. Ständige Kritik, Demütigungen oder abwertende Aussagen können dich verunsichern und führen dazu du,
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Konflikte meidest
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dich sozial zurückziehst
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dich häufiger krank meldest
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zu viele Aufgaben übernimmst
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dich für deine Situation schämst
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regelmäßig Kopfschmerzen hast
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dich schwer konzentrieren kannst
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deine Meinung kaum noch äußerst
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ängstlich, gereizt oder wütend reagierst
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dich dauerhaft gestresst und gleichzeitig erschöpft fühlst
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schlecht schläfst und/oder unter Magen-Darm-Beschwerden leidest
Typische Mobbinghandlungen
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Destruktives Feedback
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Herabwürdigende und unsachliche Kritik
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Beanstandung von Fehlern, die durch Anweisungen des Mobbers selbst verursacht wurden
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Dauerhafte Kontrolle mit dem Ziel dauerhafter Erschöpfung und psychischer Zermürbung des Opfers
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Angriffe gegen die Arbeitsleistung
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Verfälschung von Arbeitsergebnissen des Opfers
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Verheimlichen wichtiger Informationen sowie Ausschluss von regulären Informationswegen
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Systemische Zuweisung sinnentleerter oder unnötiger Aufgaben und unterfordernder Tätigkeiten
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Überlastung durch eine objektiv unangemessene Arbeitsmenge
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Angriffe gegen den Bestand des Beschäftigungsverhältnisses
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Vorwurf angeblichen Fehlverhaltens oder Unterstellung strafbaren Verhaltens
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Unbegründete oder willkürliche Abmahnung/ Kündigung
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Willkürliche Versetzung oder Umsetzung
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Manipulation oder Verfälschung der Arbeitszeiterfassung
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Vorsätzlich negative oder verzerrte Leistungsbeurteilung
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Angriffe gegen die soziale Integration im Unternehmen
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Räumliche Isolierung, etwa durch Zuweisung eines abgelegenen Arbeitsplatzes
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Unterbindung freier Meinungsäußerung
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Einschüchterung potenzieller Unterstützer des Betroffenen
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Ausgrenzung aus der alltäglichen Kommunikation
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Ausschluss von informellen oder sozialen Zusammenkünften
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Bewusstes Schweigen in Anwesenheit des Betroffenen
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Ignorieren von Nachfragen und Kooperationsangeboten
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Demonstratives Meiden oder Ausweichen
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Angriffe gegen das soziale Anerkennung
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Verleumderische Aussagen bzw. gezielte Rufschädigung
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Streuen oder bewusstes Weitergeben von Gerüchten
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Wider besseres Wissen unterstellte Böswilligkeit oder Fahrlässigkeit
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Gezielte Provokationen, um emotionale Reaktionen des Opfers auszunutzen
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Herabwürdigung: Beleidigungen und Demütigungen vor Dritten
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Unbegründete Zuschreibung einer psychischen Erkrankung
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Angriffe gegen das Selbstwertgefühl des Opfers
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Herabsetzung, Erniedrigung oder spöttische Behandlung
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Unterstellung unlauterer Absichten oder mangelnder Integrität
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Gezieltes Ausnutzen persönlicher Unsicherheiten oder Schwächen
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Übermäßige Kontrolle bis hin zur Einschränkung der beruflichen Eigenständigkeit
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Erzeugen von Angst, Schreck und Ekel
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Erzeugen von Angst und Schrecken oder Ekel
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Einschüchtern/Bedrohen/Nötigen
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Angriffe gegen die Privatsphäre
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Belästigung durch wiederholte, aufdringliche Telefonanrufe
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Permanente Kontrollanrufe oder unangekündigte Kontrollbesuche
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Drängende Aufforderung, Urlaub oder krankheitsbedingte Abwesenheit vorzeitig zu beenden
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Einschüchterung, Angriffe oder Belästigung von Familienangehörigen
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Beschädigung privater oder dienstlich genutzter Gegenstände und Kleidung
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Bewusste Zuweisung ungünstiger Urlaubszeiten
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Kurzfristiger Widerruf bereits genehmigter Urlaubstage
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Anhaltende Abwertung persönlicher Vorlieben, Interessen und Aktivitäten
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Fortlaufende Herabwürdigung religiöser, politischer oder weltanschaulicher Überzeugungen
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Vorsätzliches Herbeiführen gesundheitlicher Schäden
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Offene körperliche Angriffe z.B.: sexuell belästigendes Verhalten
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Als Versehen getarnte Zufügung von Verletzungen
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Gezielte Zuweisung gesundheitsschädigender Tätigkeiten
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Unterlaufen oder Sabotieren von Sicherheitsvorkehrungen
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Heimliches Verabreichen von Medikamenten oder Suchtstoffen
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Vorsätzliches Herbeiführen gesundheitlicher Schäden
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Typische Gründe für Mobbing durch Vorgesetzte sind z. B.:
– Angst vor Macht- oder Autoritätsverlust
– Misstrauen gegenüber Mitarbeitenden
– Sorge, ersetzt oder verdrängt zu werden
– Wunsch nach Kontrolle oder Disziplinierung
– Persönliche Antipathien oder Rachegefühle
– Fehlende soziale oder Führungskompetenz
– personalpolitische Gründe
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Macht- und Verdrängungsstrategien: Mobbing wird genutzt, um unliebsame Personen gezielt auszugrenzen oder aus dem Unternehmen zu drängen – quasi als inoffizielle Personalmaßnahme.
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Stabilisierung des Selbstwerts: Aus Angst vor Kritik, Unterlegenheit oder Machtverlust greifen Täter zu Mobbing, um sich selbst aufzuwerten und Unsicherheiten zu kompensieren.
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Sicherung von Status und Einfluss: Ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und Kontrolle führt dazu, dass Fehler auf andere geschoben und diese zu Sündenböcken gemacht werden. Häufig fehlen dabei Empathie und die Fähigkeit, Verantwortung zu teilen.
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Unbewusstes Mobbing: Nicht geklärte Konflikte und angestauter Frust entladen sich in verletzendem Verhalten, ohne dass dies den Beteiligten immer bewusst ist.
Es kann vorkommen, dass bestimmte Merkmale einer Person einen Mobbingprozess begünstigen. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass Betroffene „selbst schuld“ sind. Oft reicht es schon, in einer Gruppe durch Eigenschaften wie Persönlichkeit, Geschlecht, Hautfarbe oder kulturelle Herkunft hervorzustechen, um zur Zielscheibe zu werden. In einem anderen Umfeld kann dieselbe Person dagegen völlig akzeptiert und geschätzt sein.
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Leistungsbezogene Faktoren
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Fehlende Fachkenntnisse oder Fähigkeiten
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Geringe Einsatzbereitschaft
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Erhöhte Fehleranfälligkeit
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Persönlichkeits- und Verhaltensfaktoren
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Geringe soziale Kompetenzen
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Niedriges Selbstwertgefühl
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Emotionale Instabilität
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Stimmungsschwankungen
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Unsicherheit
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Erhöhte Kränkbarkeit
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Soziale Anpassungsprobleme
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Verhaltensweisen wie Arroganz
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Überschreiten von Zuständigkeiten
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Hervorheben eigener Überlegenheit
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Rückzug
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Starre Haltungen
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Regelverstöße
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Informationszurückhaltung
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Stark eigennütziges Verhalten
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Auffälliges äußeres Erscheinungsbild: Stark abweichende körperliche Merkmale oder Kleidung (z. B. sehr groß/klein, Über- oder Untergewicht, besondere Gangarten oder auffälliger Kleidungsstil) können ebenfalls eine Rolle spielen.
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Gesundheitliche Einschränkungen: Dazu zählen körperliche oder psychische Erkrankungen wie Epilepsie, Hauterkrankungen, Tics, Suchterkrankungen sowie auffällige körperliche Symptome wie starker Körper- oder Mundgeruch.
Dein nächster Schritt
Du musst da nicht alleine durch. Wenn du dich in diesen Situationen wiedererkennst, ist es wichtig, frühzeitig Unterstützung zu holen. Du hast das Recht auf einen respektvollen und sicheren Arbeitsplatz. Lass uns darüber sprechen. In einem vertraulichen Gespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation und entwickeln erste Schritte, wie du wieder mehr Klarheit, Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnst.